Die „3 Tage im Grab“: Wenn Veränderung sich schwer anfühlt

Riessersee Garmisch-Partenkirchen

Veränderung fühlt sich selten so an, wie wir es uns wünschen. Wir stellen uns Durchbrüche oft klar, kraftvoll und erleichternd vor. In der Realität beginnen sie jedoch häufig ganz anders: mit Unsicherheit, Orientierungslosigkeit oder dem Gefühl, festzustecken.

Vor ein paar Tagen habe ich auf Instagram einen Satz gelesen. Ich weiß leider nicht mehr, wer ihn gepostet hat, aber er hat mich über Ostern immer wieder beschäftigt:

„Alle wollen die Transformation und die Auferstehung, aber niemand will die 3 Tage im Grab in Kauf nehmen.“

Wie schön wäre es, wenn Veränderungen und Durchbrüche immer leicht wären – ohne dass wir etwas Altes dafür loslassen müssten, oder? Und so schieben wir oft Entscheidungen auf (manchmal Tage, manchmal sogar Jahre), weil der Status Quo, wenn schon nicht zufriedenstellend, doch zumindest vertraut ist. 

Der Volksmund sagt: Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. 

Ich finde das so schade!

Denn das Beispiel Ostern zeigt auch:

Wir überblicken unseren eigenen Zeithorizont eigentlich gar nicht. 

Wenn der (Kar-)Freitag noch eine absolute Vollkatastrophe mit Verlust und (Ego-)Tod ist, der Samstag scheinbar endlos, ausweglos und voller Unsicherheit, kann sich am (Oster-)Sonntag schon alles komplett drehen und die Dinge entwickeln sich plötzlich besser, als man es je für möglich gehalten hätte. 

Dafür müssen wir nicht mal die Beispiele aus der Bibel bemühen, an die manche von uns mehr, andere weniger glauben. 

Denk nur einmal an die letzte Woche zurück: Am Dienstag und Mittwoch hatten wir noch komplettes Schneechaos in und um Garmisch – so richtig mit riesengroßen Flocken und Autos im Straßengraben. Und gestern, am Ostersonntag bin ich bei sonnigen 22 Grad zum See gejoggt. 

Wie ging es dir an diesem Osterwochenende?

  • Fühlt es sich gerade so an, als würde etwas zu Ende gehen, das verabschiedet (und vielleicht auch betrauert) werden möchte?
  • Fühlt es sich so an, als ob alles gerade in der Schwebe hängt und du gar nicht weißt, wie es weitergeht?
  • Oder kannst du spüren, dass du gerade mitten in einem großen Durchbruch steckst und sich ganz viele Puzzleteile zusammenfügen?

Alles davon liegt manchmal näher beieinander, als wir denken. Die 3 Tage im Grab machen die Auferstehung umso bedeutungsvoller. Aber es müssen nicht 3 Jahre daraus werden.

Seit einigen Jahren ist deutlich zu beobachten, dass sich Entwicklungen beschleunigen. Alles, was nicht mehr tragfähig ist, zeigt sich schneller, direkter – und beginnt zu bröckeln. 

Und das Gute ist: Die spirituelle Entwicklung beschleunigt sich ebenfalls. Durchbrüche kommen schneller. Wir können uns sehr rasch weiterentwickeln, wenn wir mit unserer Praxis ernsthaft bei der Sache sind.

Deshalb mein liebevoller Reminder für dich heute: Bleib dran. Setz dich auf dein Kissen und meditiere – jeden Tag. 

Begib dich mutig und absichtlich in die Tiefen und Untiefen deines Geistes. Denn genau dort warten die Antworten und Durchbrüche.

Und genau dann stellst du fest, dass die Taube auf dem Dach ganz und gar nicht außer Reichweite ist.


Stefanie Seher Porträt

Hi, ich bin Stefanie!

Ich unterrichte Yoga und Meditation und schreibe hier darüber, wie du mehr Verbindung, Tiefe und Erfüllung in deiner Praxis finden kannst – und wie du all das in deinen eigenen Unterricht einfließen lassen kannst.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner